Beteiligte erzählen

Bündner Capuns-Köchin

Wilhelmina Beusch-Venzin

«So viele Köche und Köchinnen aus 9 verschiedenen Ländern – ob das gut kommt!?» so fragten wir uns wohl alle. Etwas nervös machten wir uns frühmorgens in der Küche vom frjz an die Arbeit und bald füllten unterschiedlichste Gerüche den Raum. Schon kurz nachdem meine Capuns in der Pfanne waren wollte jemand probieren. Bald entstand eine großartige Atmosphäre, geprägt von Interesse, Freundlichkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme in der viel zu engen Küche. In all dem Zischen, Kleppern, Klappern und Brutzeln behielt einer den Überblick und strahlte eine fröhliche Ruhe aus, selbst wenn es mal plötzlich irgendwo verbrannt roch: unser Chefkoch Dirk. Das Ergebnis der multikulturellen Koch-Truppe konnte sich sehen lassen auf dem gut gefüllten Teller am Zeughausfest. Wir verkauften 500 kongolesische Beignets, 360 ukrainische Kohlwickel, 800 irakische Kebab, 600 fritierte Gemüsebällchen aus Sri Lanka, 30 afghanische Brote, 5 Schüsseln mit syrischem Petersiliensalat, riesige Töpfe mit iranischen Reis-Linsen oder Feijao, dem Bohnen-Eintopf Brasiliens … und meine 420 Capuns aus Graubünden.»

Bericht einer Begleitung von DU zu DU

Bernd Rupflin

Mirvais aus Afghanistan macht derzeit ein Praktikum in einem Pflegeheim und beginnt im August seine Lehre als Hauwirtschaftspraktiker. In der Begleitung, die bis zum Lehrbeginn im August vereinbart ist, geht es um Grundlagenkenntnisse am Computer, Verbessern der deutschen Sprache und Förderung der Integration. Er trifft sich mit seinem Begleiter einmal wöchentlich, bei schönem Wetter auch mal draussen im Garten. Wir beiden haben bereits eine guten Draht zueinander gefunden.

Begleitung von DU zu DU

Bericht einer Begleitung von DU zu DU

Werner Hässig

“Eine Begleitung von Du zu Du ist sehr abwechslungsreich und überraschend erfrischend”, schwärmt Werner Hässig. “Ich besuche “meine” äthiopische Familie ungefähr wöchentlich, jeweils für rund eine Stunde.” «Ich schaue einfach vorbei. Oft sitze ich «nur» mit ihnen in der Stube und spiele ein Puzzle mit den Buben. Die Gespräche entwickeln sich dann. Ich übe Deutsch mit ihnen und ermutige sie oft in Alltagsthemen.

Begleitung von DU zu DU

Lebensmittelsammlung für Tischleindeckdich

Matilda Killo

Zweimal im Jahr sammeln wir im Illuster Lebensmittel für Tischleindeckdich. Da bin ich meist gerne mit dabei. Wir fragen dann die Menschen, die im Einkaufscenter ihre Besorgungen machen, ob sie etwas von ihren Lebensmitteln für Bedürftige in Uster spenden. Manche Passanten gehen einfach weiter ohne anzuhalten und einige reagieren sogar verärgert, weil sie sich gestört fühlen. Sehr viele Leute geben aber gerne etwas ab und zeigen sich solidarisch mit den Ärmsten. Meine Familie hat hier in Uster viel Hilfe erhalten bei der Wohnungssuche. Darum will ich mich auch gerne engagieren und bei solchen Aktionen mitmachen.

Helfende Hände

Shahrooz Momeni

Vor einigen Jahren bin ich als Flüchtling aus dem Iran hierhergekommen. Dort konnte ich meinen Glauben nicht frei ausleben und war stets in Gefahr im Gefängnis zu landen. Ich bin froh, in der Schweiz nun in Sicherheit und Freiheit zu leben. Leider lehnte die Schweiz aber mein Asylgesuch bisher ab. Gerne würde ich in meinem früheren Beruf als Architekturzeichner arbeiten, mit meinem Status darf ich aber keine Arbeitsstelle annehmen. So habe ich viel Zeit zu verschenken und freue mich, wenn ich jemanden unterstützen kann. Manchmal helfe ich beim Möbel-Zusammenbauen, beim Umzug, bei Sammlungen und auch im Deutsch-Unterricht kann ich einen Beitrag leisten. Viele nette Menschen haben mich bisher unterstützt – nun kann ich auch etwas zurückgeben und ich freue mich, wenn ich gebraucht werde.

Kaffee-Köchin

Yodit Mebrahtu

Bei uns in Eritrea wird Kaffee nicht einfach getrunken, sondern zelebriert. Gerne zeige ich interessierten Menschen unser aufwendiges Kaffee-Ritual. Aber man muss sich Zeit nehmen können für unseren genussvollen und würzigen Kaffee. Die Kaffeezeremonie spielt in unserer Kultur eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben. Beim Kaffee werden oft Streitigkeiten unter Familien und Nachbarn geschlichtet, wichtige Verträge abgeschlossen oder ganz einfach nur der neueste Klatsch ausgetauscht. Kaffee ist bei uns Zeichen der Gastfreundschaft, der Zusammengehörigkeit und der Wertschätzung. Genau dies will ich ausdrücken damit, denn auch ich habe in Uster Gastfreundschaft und Wertschätzung erfahren.

Schwimmtreff für Frauen

Christine Hümbeli

Mit einigen freiwilligen Helferinnen aus Uster und Russikon organisiere ich zwischen Februar und April und zwischen Oktober und Dezember Schwimmkurse für Frauen mit Asylhintergrund . Es ist eine Freude zuzuschauen, wie sich die Frauen mit vollem Einsatz ins Schwimmbecken begeben und lernen. Natürlich geht es zuerst darum, sich an das Element Wasser zu gewöhnen, die Angst zu verlieren und festzustellen, dass das Wasser uns trägt. Eine wertvolle Erfahrung!

Überhaupt geht es um viel mehr als um Schwimmenlernen. Es geht darum, dem Wasser und sich vertrauen zu lernen, ein gutes Körpergefühl zu erlangen und Freude mit anderen Frauen zusammen zu erleben. Ein wertvolles Projekt, das Helfern und Teilnehmern viel Freude bereitet. Learn More

Schreibdienst Uster

Alexandra Schriber

“Im Schreibdienst Uster empfange ich Menschen, welche Unterstützung bei verschiedenen administrativen Themen wünschen. Es können dies zum Beispiel ein Bewerbungsschreiben für eine Arbeit oder eine Wohnung, ein Kündigungsschreiben oder auch das Ausfüllen der Steuererklärung sein. Ich empfinde die Begegnung mit den unterschiedlichsten Menschen und Anliegen als sehr bereichernd und freue mich jeweils besonders, wenn ich im Schreibdienst Uster ein bekanntes Gesicht ein zweites oder drittes Mal willkommen heissen kann.“

Ferientage für Familien in besonderen Herausforderungen

Max Stoller

Die Welt ist ein grosser Ort. Viel zu gross, um sie zu verstehen. Doch das Lachen von Kindern ist überall gleich. Diese Freude ermöglichen zu dürfen, ist für mich das grösste Privileg überhaupt. Wer gemeinsam ein herzhaftes Lachen teilt, lernt sich auf eine Art kennen, wie sie sonst kaum möglich ist. In diesem Moment sind Sprachen und Kulturen völlig nebensächlich.

Kinderbetreuerin – engagiert im Vorstand vom Verein Du für alle

Nisrin Abdo

Meine Heimat, Derik, im Norden von Syrien, war früher eigentlich eine schöne kleine Stadt wie Uster. Zu den 26’000 Einwohnern sind in den letzten Jahren wegen dem Bürgerkrieg aber viele Tausend Flüchtlinge dazu gekommen. So ist Wohnraum sehr knapp und viele Familien müssen im Zelt leben – auch im Winter! Darum habe ich in meinem Bekanntenkreis einen Aufruf gemacht zum Sammeln von Kleidern. Der Verein Du für alle übernahm die Transportkosten und wir konnten unterdessen in drei Sendungen schon 400 kg Kleider nach Nordsyrien senden. Meine Schwester, Avin, pflegt in Derik als Sozialarbeiterin Kontakt zu all den armen Familien. Sie organisiert mit Hilfe meiner Eltern und Geschwister die Verteilung der Kleider. – Ich bin froh, dass ich mit dieser Sammlung etwas beitragen kann zur Linderung der Not in meiner ursprünglichen Heimat.

Naturschützerin

Lydia Nakonji

In meinem Studium konnte ich Menschen aus vielen Ländern kennen lernen. Das hat mein Leben bereichert und mein Denken geöffnet. Verschiedene Meinungen und Kulturen und Lebensstile machen mein Leben farbig- das bedeutet für mich Inklusion. Ich wünsche mir auch, dass sich niemand allzu lange fremd fühlen muss in Uster. Deshalb engagiere ich mich gerne als Freiwillige für die Aktion «Stadt für alle» in Uster.

Tanz im Regen

Sozialpädagogin – engagiert als Freiwillige in der Begleitung einer Inklusions-WG mit fünf jungen Menschen.

Chris Brandt

Wir brauchen ein ganz neues Verständnis von Normalität in einer Gesellschaft, welche die Vielfalt – die reiche Palette von Menschen mit unterschiedlichen Temperamenten, Hautfarben, Sprachen, kognitiven und emotionalen Fähigkeiten – als Geschenk versteht. Als Gott eine solch unendliche Vielfalt an Menschen erschuf, dachte er wahrscheinlich nicht an Gesetze welche bestimmen wer dazu gehört, wer ausgegrenzt, integriert oder inkludiert wird. Ich wünsche mir, dass sich Menschen aller Art und verschiedenster Herkunft, gegenseitig durch ihre diversen Lebenserfahrungen belehren und bereichern, um die Welt zu einem besseren Ort zu gestalten.